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Zì Rán Wǔ Yì Kūng Fū (gōngfū)

Zì Rán Wǔ Yì Kūng Fū (gōngfū)

Ich möchte euch zum nachfühlen und reflektieren bewegen.

 

Der Weg

Wenn wir beginnen, Zì Rán Wǔ Yì Kūng Fū zu praktizieren, so beginnen wir einen Weg zu gehen der direkt mit uns selbst zu tun hat, denn unser Selbst ist die Grundlage für alles was wir tun.
Kampfkunst beinhaltet den Kampf und die Kunst – Der Kampf erfordern den inneren Frieden und die Kunst die Selbsterkenntnis. Um inneren Frieden zu finden, muss man Vertrauen entwickeln das aus dem "Sein" Bewusstsein kommt, das erst gibt uns wirkliches Selbstvertrauen und Selbsterkenntnis.

Meiner Meinung nach darf Kung Fu, obwohl es sehr viel Spass macht und auch einen Art Beschäftigung ist, nicht als Unterhaltung oder Ablenkung von unseren Alltag und unserem Selbst verstanden werden. Ganz im Gegenteil geht es direkt um uns selbst und wie wir mit dem Alltag umgehen.

Bei der Kampfkunst handelt es sich um die Selbsterziehung und Selbsterforschung. Dies betrifft ein sehr tiefgehendes Thema – die eigene Selbstverwirklichung. Das macht Kampfkunst zu einer Wissenschaft und Lebenskunst.

 

Das Natürliche Selbst

Das Chinesische Wort Zì Rán bedeutet das „Natürliche Selbst“. Nach meinem Verständnis bedeutet das das subjektive, ursprüngliche Selbst. Das ist leicht gesagt aber es zu erklären ist schwer.
Wir sind oft sehr stark geprägt von unserer objektiven Wahrnehmung und der menschliche Verstand hat die Angewohnheit durch Formen und Anschauungen zu bewerten und zu beurteilen. Objekte unterscheiden sich in dem, dass sie messbar und vergleichbar sind, Subjekte hingegen nicht.

Frage dich selbst; bist du dir der Tatsache bewusst, dass ein grenzenloser Raum und unantastbare Stille dich genau jetzt in diesem Moment umhüllt und durchdringt oder dass dein wahres Selbst transzendentale Glückseligkeit ist? (Transzendenz von lateinisch transcendere ‚übersteigen‘)

In den alten Schriften Indiens sagt man in Sanskrit "neti neti" und das bedeutet "nicht das und nicht das". Egal was man über das wahre Selbst sagt, es ist nicht zutreffend, man kann nur sagen was es nicht ist.

Wenn wir in einen Spiegel sehen, so sehen wir eigentlich nie den Spiegel. Was wir sehen ist das Bild das zurückgespiegelt wird. Wir können nur das Spiegelbild sehen und nicht den Spiegel.

Ein anderer Vergleich ist der Sonne.

Wenn wir in die Sonne sehen, so sehen wir nie wirklich die Sonne, was wir sehen ist das Licht das von der Sonne kommt.

Wir können das Selbst nie sehen, aber wir können das Selbst "sein". Da wir es schon sind, können wir es nicht werden. Um das Selbst zu erkennen müssen wir nicht etwas tun, es liegt genau im „nicht tun“, es liegt in der Wahrnehmung des „Seins“.

Ironischer weise ist es genau das, was es so schwer macht es wahrzunehmen.
Wie wenn wir ein Glas Sirup trinken ist es, obwohl es alles durchdringt, schwer das Wasser zu schmecken weil es von einer Eigenschaft überdeckt ist.

Das Selbst ist die Quelle zu unserem Leben und so wie die Sonne Energie, Licht und Wärme strahlt, strahlt das Selbst Leben, Licht und Freude aus.

 

Die Schule und Ausbildung

Die Schule wirkt wie ein Spiegelbild, das uns Fehler und Schwächen aufzeigt, so dass wir an diesen arbeiten und uns weiter entwickeln können. Wir lernen mehr natürlich zu sein und anstatt zu reagieren zu agieren.
Durch das Kung Fu Training stärken wir unseren Körper und unsere Psyche. Wir überwinden unsere Trägheit und unsere Ängste, entwickeln Beweglichkeit und Geschmeidigkeit, werden fokussierter und innerlich ruhiger. Wir leben bewusster und erweitern unsere Wahrnehmung. Wir lernen die Dinge im Leben subjektiver zusehen um die Hintergründe besser zu verstehen, damit nicht objektiv erworbene Anschauungen und Vorstellungen unsere Wahrnehmung manipulieren. Solch eine Entwicklung ist wirklich sehr vorteilhaft und von hohem Wert.

 

Zeitinvestition

Wir stehen in unterschiedlichen sozialen Beziehungen, die eine gewisse Zeit von uns in Anspruch nehmen. Sei es die Beziehung zu unserem Lebenspartner, Familie, Freunde, eine Berufsausbildung, Kariere, Verpflichtungen oder die Arbeit.
Die unterschiedlichen Beziehungen bereichern unsere Leben, jedoch ist die Beziehung zu uns selbst die essentiellste und wichtigste. Denn wenn wir eine schlechte Beziehung zu uns Selbst führen, so sind allen andren auch nicht gut.

Wie fühlt sich das Leben an wenn wir negativ, träge und innerlich unruhig sind?
Es ist in unserem Alltagsleben sehr wichtig, dass wir uns Zeit nehmen um unser Leben auszurichten, zu pflegen und zu kultivieren. Denn wenn es uns schlecht geht, ist es nicht nur für uns selbst schwierig, sondern wir belasten auch alle um uns herum.

Das ganze Zi Ran Wu Yi Kung Fu Training ist dafür da, das Leben zu schützen, zu pflegen und zu verbessern. Dies führt zu mehr Lebensvitalität, Freiheit und Wohlbefinden.
Unsere Erfahrungen bestätigen viele positiven Veränderungen, sogar nach jedem Training bemerkt man mehr Positivität, Vitalität und innere Ruhe.
Das ist doch Etwas sehr Wertvolles. Können wir denn nicht behaupten, dass das Training eine vernünftige und kluge Zeitinvestition in uns selbst ist?

 

Kung Fu – Zeit, Arbeit und Fähigkeit

Wenn wir nach Bequemlichkeit streben können wir unsere Trägheit, Schwächen und Ängste nicht überwinden. Der grösste Kampf findet in unserem Innern statt um uns selbst zu besiegen.
Ohne Verlust gibt es keinen Gewinn, um den Körper zu stärken und aufzubauen werden die Knochen, Muskeln und Sehnen möglicherweise einen gewissen konstruktiven Schmerz ertragen müssen. Kampfkunst fordert von uns einen starken Willen und viel Hingabe, wenn dies fehlt, findet keine Transformation statt.

Im Laufe der Ausbildung werden wir drei Einweihungen machen, der erste lautet „Kung Fu“, die zweite „Kampfkunst“ und die dritte „Weg des friedvollen Kriegers“.

Um Kung Fu zu erlernen gehen wir eine Verpflichtung mit uns selbst und der Ausbildung ein.
Wenn wir nicht bereit sind uns die Zeit zu nehmen an uns selbst zu arbeiten, dann ist Kung Fu wohl nicht für uns.

Richard, 21.05.2012

 

Selbstdisziplin und Einfachheit
 
Was für ein Glück ein jeder Mensch wohl kennt
der Selbstdisziplin und Einfachheit sein eigen nennt.
Sein Leben strömt ununterbrochen wie des Wassers Fluss.
 
Indem er mit friedlichem Herzen die goldene Mitte nimmt
seine Zeit und Energie nicht bei Unwichtigem verrinnt.
Sein Leben ungebrochen voll kraftvoller Freud sein muss. 

Richard, 09.06.2005

 

Self discipline and simplicity

How fortunate is the one who possesses self discipline and simplicity,
his life is like constant flowing water.

Walking the golden middle way with a peaceful heart,
wasting no time and energy for the nonessential,
life becomes an unbroken gentle dynamic force,
very powerful and very joyful.

Richard, 09.06.2005